In der Bahn und im Urlaub: Die DSGVO Unter­wegs

Ob im Jah­res­ur­laub oder als Pend­ler in der Bahn. Mobil, mit Lap­top oder tele­fo­nisch. So schnell ver­sto­ßen Sie gegen die DSGVO.

Die Arbeits­welt befin­det sich im radi­ka­len Wan­del. Wir kön­nen heute arbei­ten wann und wo wir wol­len. Woran man frü­her vor allem Selbst­stän­dige erkannte, ist heute nor­ma­ler All­tag. Immer und über­all ist das Smart­phone dabei und auch das Note­book ist bei vie­len zum selbst­ver­ständ­li­chen Urlaubs­be­glei­ter gewor­den. Dabei beschränkt sich der Ein­satz immer sel­te­ner auf den Pri­vat­be­reich. Im Jahr 2019 gaben 70% der Som­mer­ur­lau­ber an, dienst­lich erreich­bar zu sein (Quelle: bit­kom rese­arch). Das ist ein Anstieg zum Vor­jahr um 6 Pro­zent. 65% sind für Arbeit­ge­ber oder Kol­le­gen über Kurz­nach­richt (Whats­App, SMS…) erreich­bar, 58% sogar tele­fo­nisch. Immer­hin 26% rufen beruf­li­che E-Mails ab. Zah­len, die den Arbeit­ge­ber auf­hor­chen las­sen soll­ten.

Das unter­schätzte Risiko: Die Daten­si­cher­heit

Mal abge­se­hen davon, dass Arbeit­ge­ber Sorge dafür tra­gen soll­ten, dass ihre Mit­ar­bei­ter den Jah­res­ur­laub nut­zen, um abzu­schal­ten, sich zu erho­len und Kraft zu tan­ken, haben wir hier einen ande­ren wich­ti­gen Aspekt, den es zu berück­sich­ti­gen gilt: Die Daten­si­cher­heit!

Oft­mals sind betrieb­li­che End­ge­räte wie PC, Note­book oder Mobil­ge­räte inner­halb des Unter­neh­mens geschützt, aber viele machen sich wenig Gedan­ken dar­über was ist, wenn der Mit­ar­bei­ter die Geräte außer­halb der Geschäfts­räume nutzt – oft unter­wegs in einem öffent­li­chen, nicht siche­ren WiFi-Netz­werk. Ein wei­te­rer Punkt, der eben­falls oft unter­schätzt wird, ist der Dieb­stahl und Ver­lust der End­ge­räte und damit der sich dar­auf befind­li­chen Daten. Han­delt es sich dabei um nicht aus­ge­schal­tete und unver­schlüs­selte Geräte, haben wir es bereits mit einer mel­de­pflich­ti­gen Daten­panne zu tun (Art. 33 DSGVO).

Kommt schnel­ler als gedacht: Der Ver­stoß gegen die DSGVO

Doch nicht nur der Jah­res­ur­laub ist ein Thema. Viele Arbeit­neh­mer pen­deln täg­lich mit der Bahn, ebenso wie Selbst­stän­dige und Unter­neh­mer auf dem Weg zu Mee­tings quer durch Deutsch­land. Es wer­den am Note­book sen­si­ble E-Mails geschrie­ben und Ver­träge geprüft und am Tele­fon fin­den regel­rechte Mee­tings statt. Mit­rei­sende kön­nen sich dabei oft gar nicht dage­gen weh­ren, bri­sante Details und per­so­nen­be­zo­gene Daten des Unter­neh­mens wahr­zu­neh­men, was bereits ein Ver­stoß gegen die DSGVO dar­stel­len kann (Ver­let­zung von Art. 32 DSGVO, Sicher­heit der Ver­ar­bei­tung) bzw. sogar eine Daten­panne ver­mu­ten lässt (Art. 33 DSGVO). Einige Berufs­grup­pen, wie Ärzte, Anwälte oder Steu­er­be­ra­ter könn­ten sich sogar straf­bar machen (§ 203 StGB, Ver­let­zung von Pri­vat­ge­heim­nis­sen).

Sen­si­bi­li­sie­ren Sie Ihre Mit­ar­bei­ter

Bespre­chen Sie mit Ihrer IT und dem Daten­schutz­beauf­tragten das Thema IT-Sicher­heit und tref­fen Sie geeig­nete tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men, um ein dem Risiko ange­mes­se­nes Schutz­ni­veau zu gewähr­leis­ten. Vor allem aber sen­si­bi­li­sie­ren und ver­pflich­ten Sie Ihre Mit­ar­bei­ter – schrift­lich oder elek­tro­nisch nach­weis­bar –  zum Daten­schutz, damit Ihnen keine Fahr­läs­sig­keit ange­las­tet wer­den kann.

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